Unsere Geschichte

Der Segeberger Ruderclub wurde 1926 von jungen Männern, die den Rudersport kennen gelernt hatten, gegründet. Die Begeisterung für das Rudern führte bald zur Aufnahme von Jugendlichen und später von Frauen. In den zurückliegenden 75 Jahren haben viele Mitglieder mit Idealismus dem SRC in guten und schweren Zeiten ehrenamtlich gedient. Sie stellen ihre Erfahrungen und ihren Einsatz in den Dienst des Rudersports. Nur wenige Vereine litten unter den Kriegsereignissen und den Spätfolgen so sehr wie der SRC. Hier ist es dem ehrenamtlichen Engagement von Mitgliedern zu verdanken, dass der Verein weiterlebte.

Bereits kurze Zeit nach der Neugründung 1974 blühte das Ruderleben in Bad Segeberg wieder auf. Die Freude an dem Wassersport, das Gemeinsame in der Natur zu erleben, führte sehr bald zu ausgedehnten Wanderfahrten auf fremden Gewässern. Dabei wurden Freundschaften über die Grenzen hinaus geschlossen, die für die Erhaltung des Friedens notwendig sind. Zunehmend mehr Mitglieder erfreuten sich am Rennrudern. Dass sich hieraus ein Regattastandort Bad Segeberg entwickelte, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Klaus Nibbe vom Schleswig-Holsteinischen Regattaverein. Mit berechtigtem Stolz können wir heute das 75-jährige Bestehen unseres SRC feiern

Ich nehme dieses zum Anlass, allen Mitgliedern, unseren Jugendlichen, den Freunden und Förderern, den Vertretern der Stadt, des Kreises Segeberg, des Landes Schleswig-Holstein sowie dem Landesruderverband und der Ruderjugend zu danken, die mit Verständnis und Wohlwollen unsere sportliche Arbeit fördern.

Udo Ehmke – 1. Vorsitzender von 1995 – 2004


Seit über 75 Jahren wird in Bad Segeberg auf dem GroBen Segeberger See Rudern als Sport betrieben. Blicken wir heute auf diese Zeitspanne zurück, so sehen wir ein bewegtes Vereinsleben. Die ersten Jahre waren begleitet von Engagement und Gründungsfieber. Der 2. Weltkrieg bedeutete eine Zensur mit anschließender Ruhephase: das Vereinsleben erlag den Nachkriegswirren. Durch die Wiederbelebung im Jahre 1975 kam neuer Schwung auf. Es begann die Phase der Neugründung und der Etablierung. Im Folgenden will ich die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen noch einmal in Erinnerung rufen. Als Quellen dienten mir ein knappes Dutzend Ordner mit Protokollen, angefangen mit Aufzeichnungen aus den ersten Jahren bis hin zum aktuellen Schriftwechsel über den Anbau am neuen Bootshaus. Wertvolle zeitgenössische Aufzeichnungen fand ich in dem ersten Protokollbuch, in einem Artikel von Christian Paasch über die Gründungsjahre des Vereins und in einem Bericht von Hartmut Müller über das Jahrzehnt 1974 -1984. (von Timo Ehmke)


Die Gründerjahre

Die Gründung des Vereins ist der Initiative und dem Engagement des heutigen Ehrenmitgliedes Curt Lubeseder zu verdanken, der zusammen mit Walter Paustian, Hermann Maas, Bruno Schenk, Werner Stiehr und Walter Walsberg den Segeberger Ruderclub ins Leben rief. Man wählte Hermann Maas zum Vorsitzenden, der später Oberbürgermeister der Stadt Emden wurde. Zum Vorstand gehörten außerdem: Curt Lubeseder, Bruno Schenk, Walter Walsberg und später Dr. Hagenah, als Protektor der Jugendabteilung.

Die ersten Mitglieder des jungen Rudervereins waren junge Segeberger, deren Namen vielleicht Einigen noch heute im Gedächtnis sind: Eberhard Adlung, Claus Becker, Erich Brauer, Ernst Bustorf, Wolfgang Jöns, Adolf Langbehn, Ernst Maßmann, Adolf Reher, Paul Schippmann, Fritz Tietgen und andere mehr.

Neben den Herren wurden aber auch Damen in den Ruderclub aufgenommen. Nach einer Notiz im Protokoll vom 13. Juni 1927 wurden sie allerdings den Bestimmungen der Jugendabteilung unterworfen und waren damit keine ordentlichen Mitglieder. Damen hatten jedoch, die Volljährigkeit vorausgesetzt, auch Stimmrecht. Erst auf einer Sitzung am 15. August 1929 wurde mit der Mehrheit von 13:3 Stimmen eine Damenriege eingerichtet. Frauen galten somit ebenfalls als ordentliche Mitglieder.

Zu den ersten Ruderinnen zählten: Grete Wulf (später Stehr), Elsa Müller (später Brauer), Käthe Frank, Ilse Verdieck, Wilma Studt (später Peters) und Margarete Wulf.

Immerhin wurden im Jahre 1930 die meisten der 2070 durchgeführten Fahrten von den Frauen ausgeführt (Protokoll vom 16. Juni 1931). Ansonsten galt für jedes Mitglied folgende Regelung der Vereinsordnung: „Jedes Mitglied hat nunmehr im Jahr mindestens 20 Fahrten mit einer Gesamtstrecke von ca. 40 km zurückzulegen. Mitglieder, die diese Anzahl Fahrten nicht erreichen, werden mit einer Strafe von 3 Reichsmark belegt.“

Im Jahre 1927 wurde ein Schülerruderverein gegründet, der sich aus etwa 30 Schülern der Aufbauschule und der Realschule zusammensetzte. Im Wesentlichen beschränkte es sich allerdings auf eine Schülerruderriege, die bis Anfang der 30er Jahre aktiv war.

Der Bootsbestand wurde nach und nach aufgestockt. Bereits 1937 besaß der Club folgende Boote: die zwei Riemenvierer

„Rat Stickel“ und „Baldur“, den Riemenzweier „Siegesburg“, einen Doppelzweier „Trave“, einen Renn-Einer „Libelle“ sowie zwei weitere Einer.

Die Lagerung der Boote stellt anfangs ein großes Problem dar. Die erste Unterkunft fanden sie in einer Scheune des Bauern Witte am Winklersgang. Mit Hilfe einer sogenannten Schottschen Karre transportierte man jedes einzelne Boot zu Wasser.

Ein Bootshaus war daher auch das erste Anliegen des jungen Vereins. In dem Artikel von Christian Paasch heißt es dazu: „Mit Hilfe der Banken und des ‚Ausschuß für Sport und Leibeserziehung‘ der Stadt ist es (das Bootshaus) dann bald errichtet worden.

Der genaue Zeitpunkt liegt im Dunkeln: aber bereits im Jahre 1927 wird von nötigen Ausbesserungsarbeiten gesprochen. Das Haus lag etwa im Bereich der heutigen Badeanstalt und dürfe ca. 15 x 6 m groß gewesen sein. Ein Achter hätte auf jedem Ende einen Meter herausgeragt. Es hatte ein Holzfachwerk, war mit Brettern verkleidet und mit Reet gedeckt. Aufgeteilt war es in einen kleinen Aufenthaltsraum und die ‚Bootshalle‘. Duschen gab es nicht und wer das Bedürfnis hatte, sprang in den See. Dem besonderen Komfort dienten ein Tisch, drei Stühle und eine Karbidlampe.“

Die Finanzen des jungen Vereins muten aus heutiger Sicht bescheiden an. So heiBt es im Protokollbuch über den Etat von 1928:

Die sportlichen Aktivitäten der Vereinsmitglieder konzentrierten sich im Wesentlichen auf Trainingsfahrten. Die Trainingszeiten von Männern und Frauen waren streng getrennt. Bei dem wenigen Bootsmaterial war es anders auch kaum machbar.

Ausnahmetag war der Sonntag. Dann waren auch Mixed-Fahrten gestattet und man amüsierte sich unterwegs mit Ballspielen und Baden vom Boot aus.
Nach dem Bericht von Christian Paasch spielte sich das Vereinsleben ,,in großer Harmonie“ ab, obwohl im Protokollbuch auch mitunter von einem Verweis für ein Mitglied die Rede ist. Kleine Vereinsfeten wurden vor allem im ,,Bergschkisschen“ gefeiert. Jeden Sommer fand auBerdem eine gröBere sportliche Veranstaltung auf dem Wasser statt.
Im Gegensatz zum heutigen Ruderdress wurde in der Gründerzeit ein weiBes Hemd mit Abzeichen in der Mitte, eine schwarze kurze Hose und eine grün-weiBe Mütze getragen (Protokoll vom 13.02 .1927).

Der Vereinsvorsitzende Maas wechselte 1933 beruflich als Oberbürgermeister nach Delmenhorst und später nach Emden. Nachfolger wurde der Segeberger Bürgermeister Hans Koch. Durch den Beginn des 2. Weltkrieges 1939 wurde das Vereinsleben abrupt beendet. Einige Frauen haben sich zwar vereinzelt noch zum Rudern verabredet, aber auch dies lie8 bald nach.


Die Nachkriegszeit

Mit dem Ende des Krieges stand der Verein sprichwörtlich vor einem Scherbenhaufen. Christian Paasch berichtet: ,,Die Soldaten der fairen Sportnation England zerschlugen die Boote oder verschleppten sie an andere Orte. Das Betreten des Seeufers war für die Bevölkerung verboten. Die verbliebenen Mitglieder – wohl nur Damen – konnten sich nicht um unser Eigentum kümmern. […]
Der 1. Vorsitzende war gefallen und die Letzten von uns kehrten erst 1949 aus der Gefangenschaft zurück. Viele mussten sich eine Existenz neu gründen und andere ihre Geschäfte wieder aufbauen. Nur wer diese Zeit erlebt hat, versteht, dass es für den Einzelnen wichtigere Dinge gab, als zu rudern.“

Von wichtiger Bedeutung für den Verein war auBerdem, dass auch das Bootshaus nicht mehr vorhanden war. In den Nachkriegswirren erteilte der damalige Bürgermeister Schmidt den Auftrag, – angeblich aus Schutz vor den Besatzern – das Bootshaus abzureiBen. Das Holz wurde für den Neubau des derzeitigen Stadtbaumeisters Timke verwendet, der dafür 300 DM bezahlte und sich ein Wohnhaus in der HindenburgstraBe errichten lieB.

Anfang der 50er Jahre normalisierten sich die persönlichen Lebensvehältnisse der ehemaligen Ruderer etwas. Es wuchs der Wunsch, wieder einmal aufs Wasser zu gehen. Daher trafen sich am 19. April 1951 in der,,Lohmühle“ interessierte Mitglieder. Man beschloss einen neuen Vorstand zu wählen, der sich wie folgt zusammensetzte: Christian Paasch (1. Vorsitzender), Dr. Gerhard Medow (2.Vorsitzender), Ernst Bustorf (Kassenwart) und Erich Brauer (Schriftftihrer).

Als Erstes wurden zwei Beschlüsse gefasst: 1) Der Verlust aller Boote sollte dem Amt für Besatzungsschäden gemeldet werden (Es wurden später 1.000 DM gezahlt). 2) Die Stadt sollte wegen des abgerissenen Bootshauses verklagt werden. Weil eine Verjährung drohte, wurde gegen die Stadt Bad Segeberg ein Zahlungsbefehl über 5.000 DM beantragt.

Nach einem langen und zähen Rechtsstreit war auch bis zum Jahre 1959 noch kein Ergebnis erzielt. Die Stadt hatte zwar damals dem Ruderclub 150 DM für das Holz des Bootshauses überwiesen, aber der Verein stand immer noch ohne Bootshaus und -material da. Christian Paasch schreibt: ,,Langsam verloren wir den Mut. Wir hatten den Krieg hinter uns und waren 20 Jahre älter geworden. Der alte Ruderelan lebte nicht mehr. Wir resignierten.“
Bis 1973 gab es keinen Ruderbetrieb, Im Wesentlichen bestand der Verein nur noch auf dem Papier. In einem Brief von Christian Paasch an Ernst Bustorf vom23. Januar 1969 heißt es: ,,Ich habe in der vergangenen Zeit mit verschiedenen Mitgliedern gesprochen, und man ist übereinstimmend der Meinung, dass wir einen Strich unter allem ziehen und den Verein auflösen sollten. Wir sollten deshalb Ende Februar die Mitglieder einmal zu einer Versammlung bitten und einen entsprechenden EntschluB fassen.“


Neugründung des Vereins

Ende 1973 erschien in der Lokalpresse ein Aufruf zur Wiederbelebung des Rudersports in Bad Segeberg. Initiator war Hartmut Müller, und er erzielte damit eine überraschend hohe Resonanz. Nach einigen Vorgesprächen und dem Erarbeiten eines ersten Satzungsentwurfes kam es zur Gründungsversammlung am 30. Mai 1974. Über 30 Teilnehmer beteiligten sich daran, auch Vertreter des Schleswig-Holsteinischen Ruderverbandes, des Kreissportverbandes und die Lokalpresse waren anwesend. Für eine Gründungsveranstaltung war das ein sehr vielversprechender Start.
Der erste Vorstand wurde gewählt: Hartmut Müller (1. Vorsitzender), Horst Busch (2. Vorsitzender), Ulrich Kleinfeld (Kassenwart), Helga Plagmann (Schriftwart) und Karl- Peter Moller (Sportwart). Der Ältestenrat setzte sich aus Dr. Gerhard Medow, Paul Stehr und Lothar Kohler zusammen.
Der neue Vorstand des Ruderclubs hatte drei Probleme: 1) kein Vermögen, 2) kein Bootshaus und 3) keine Boote. Allerdings brachte er das Engagement und die Ausdauer mit, den Ruderclub wieder fest am GroBen Segeberger See zu etablieren.
Bald erwarb man auch die ersten Boote. Germania Kiel spendete einen alten C-Vierer, der nach dem Ehrenvorsitzenden Christian Paasch benannt wurde. Aus Lübeck wurde ein Renn-/Doppelvierer ,,Schleswig-Holstein“ gekauft, der auf einem Privatgrundstück lagerte (und später eines Nachts völlig zerstört wurde). Sehr stolz war man aber auf drei nagelneue Renn-Einer, die im Herbst 1975 auf die Namen ,,Bad Segeberg“, ,,Winnetou“ und ,,Old Shatterhand“ getauft wurden.

Die Standortfrage konnte man vorerst einvernehmlich mit den Sportfischern und dem Bootsverein lösen. Der Ruderclub erhielt einen etwa drei Meter breiten Streifen, an dessen Ende ein Steg ins Wasser ragte, auf dem die Boote – im Freien lagernd – untergebracht werden konnten. Eine endgültige Lösung war damit aber noch nicht gefunden.

Besserung zeichnete sich im Februar 1976 ab. Auf einer Mitgliederversammlung verkündete Hartmut Müller, dass durch einen Flächentausch mit der Kirche die Stadt eine Fläche im Erbbaurechtswege anbieten könnte. Dabei handelte es sich um das Grundstück, auf dem sich der Ruderclub auch heute noch befindet. Die Verantwortlichen setzten alle Hebel in Bewegung und schon wenige Monate später fand die Grundsteinlegung am 23. Oktober 1976 statt. Bereits am 11. Dezember feierte man das Richtfest. Gleichzeitig konnte Horst Richter als das 100. Mitglied begrüßt werden. Die endgültige Schlüsselübergabe vom Architekten an den ersten Vorsitzenden Hartmut Müller erfolgt am 10. September 1977.
Wenn man bedenkt, dass die Neugründung noch keine vier Jahre zurück lag, so kann man erahnen, wie viel Kraft, Ausdauer und Engagement der Neuaufbau und die erbrachte Eigenleistung gekostet hat. Zurecht waren die Mitglieder stolz auf diese Leistung. Der Ruderclub war wieder fest am GroBen Segeberger See etabliert.

In den folgenden zwei Jahrzehnten gab es noch zwei nennenswerte Umbauten am Bootshaus des Ruderclubs.

Im Februar 1989 wurde unter dem 1. Vorsitzenden Egon Lemmer das Flachdach der Bootshalle durch ein neues Satteldach ersetzt. Weil das Gelände des Ruderclubs im Landschaftsschutzgebiet liegt, gab es 1976 beim Bau des Ruderclubs die Auflage, ein Flachdach zu wälen. Dadurch sollten größere Sichtbeeinträchtigungen vermieden werden. Das Dach zeigte sich der unbeständigen Witterung aber nicht gewachsen und wurde mit der Zeit undicht.

Die zweite gröBere UmbaumaBnahme war der Neubau des Zwischentraktes in der Zeit von 1998 bis 2000. Ausgangspunkt war eine defekte Heizungsanlage und die renovierungsbedürftigen Sanitärräume des Clubs. Ferner wurde im Verein immer wieder einmal der Wunsch nach einem Jugendraum geäuBert. So kam man überein, dass es am besten sei, den gesamten Zwischentrakt neu zu planen und zu bauen. Bei einem Neubau könnte man dann auch gleich das Flachdach durch ein Satteldach ersetzen und würde somit weitere Abstellmöglichkeiten gewinnen. Nachdem der Bauantrag im Frühjahr 1998 vom 1. Vorsitzenden Udo Ehmke eingereicht wurde, begannen die Vereinsmitglieder im darauf folgenden Herbst mit den Abrissarbeiten des alten Sanitärtraktes. Aufgrund sehr starker Regenfälle verzögerten sich die Bauarbeiten bis zum Frühjahr 1999. Erst im April konnte mit dem eigentlichen Anbau begonnen werden. Nun galt es für die Mitglieder, in die Hände zu spucken und tatkräftig mit anzupacken. Denn an der Finanzierung beteiligten sich zwar Land, Kreis und die Stadt, aber der Verein hatte einen nicht unwesentlichen Teil an Eigenleistungen zu erbringen. An dieser Stelle sei noch einmal an alle diejenigen ein Lob ausgesprochen, die dafür gesorgt haben, dass am 13. Mai 2000 der Anbau fertiggestellt war und eingeweiht werden konnte.


Jugend-Rennrudersport von I99l – 200I

Von Katja Gehrt

Der Rückblick über die vergangenen rennruderischen Jahre des SRC beginnt im Jahr 1991, als Udo Ehmke dem Verein beitrat und seither das Rennrudern maßgeblich mit beeinflusst hat. Tatkräftige Unterstützung erhielt er in den vergangenen Jahren durch Matthias Wulf und Katja Gehrt, sowie Volker Tiedemann und seit 2 Jahren auch durch Marcel Muß, Jona Bretschneider und Martin Theuerkauff.

Gemeinsam haben diese Trainer und Übungsleiter sich in den vergangenen Jahren eine Trainingsgruppe aufgebaut, die mit ihren Erfolgen von 1994 bis 1996 einen ersten Höhepunkt hatte. Nach zwei mageren Jahren 1997 und 1998 ist auch heute die Trainingsgruppe nicht nur zahlenmäßig stark, sondern wird hoffentlich in diesem Jahr auch wieder in die vorderen Platzierungen eingreifen konnen.

Der größte Erfolg des Segeberger Ruderclubs und des Trainers Udo Ehmkes war der Gewinn der Bronzemedaille auf dem Bundesentscheid der 15- und 16-jährigen Junioren 1994 in Essen durch Jan-Oliver Malonn und seinen Doppelzweierpartner Jan Stepponat aus Preetz. Es war einer der heißesten Sommer der letzten Jahre. Schwitzen hieß es in Essen, physisch und natürlich mental, insbesondere für die Trainer Udo Ehmke und Jens Andreas.

Bereits im Jahr zuvor war Udo Ehmke mit seinem Schützling Florian Gehrt zur Deutschen Jugendmeisterschaft nach München aufgebrochen. Obwohl Florian als Junior auf regionaler Ebene recht erfolgreich gewesen war, musste er sich in München nun doch der Konkurrenz geschlagen geben. Ein Highlight ist es jedoch für jeden Ruderer einmal in seinem Leben überhaupt die Chance gehabt zu haben, auf einer Olympiastrecke an den Start zu gehen.

1995 übernahm Volker Tiedemann als verantwortlicher Trainer die Betreuung der Junioren des Segeberger Ruderclubs.Während Jan-Oliver Malonn in diesem Jahr nicht ganz an seine Vorjahresleistung anknüpfen konnte, machte Stefan Ratschko als jüngerer B-Junior von sich reden. Beim Bundesentscheid in Duisburg fuhr er ins Halbfinale und beendete damit seine erste erfolgreiche Juniorensaison.

lm folgenden Jahr ging er mit Marcel Muß im Doppelzweier an den Start. Zusammen hatten beide eine erfolgreiche Saison und belegten im Halbfinale des Bundesentscheides in Essen Platz 9.

1997 hatte der Segeberger Ruderclub mit Volker Tiedemann und Katja Gehrt gleich zwei engagierte Trainer und die wohl zahlenmäßig stärkste Juniorentrainingsgruppe der vergangenen Jahre. Leider war diese Saison nicht eine der erfolgreichsten. Jona Bretschneider fuhr in diesem Jahr als leichter B-Junior im Doppelvierer für Friedrichstadt, Katrin Herold mit Friedrichstädter Partnerin für Bad Segeberg. Marcel Muß versuchte es zu Saisonbeginn mit Hauke Heinsen erfolgreich im Doppelzweier und Stefan Ratschko ruderte im schweren Junior-A-Einer. War die Saison auch noch sehr durchwachsen und hatte ihre Höhen und Tiefen, so folgte der Tiefschlag bei der Deutschen Jugendmeisterschaft und beim Bundesentscheid in Berlin, wo alle Boote im Hoffnungslauf ausschieden. So ein Ergebnis hatte man nach der letzten Testregatta in Hamburg nicht erwartet.

Volker Tiedemann zog sich nach dieser Saison vorerst von seiner Trainertätigkeit zurück. Als Junioren blieben 1998 Katrin Herold und Jona Bretschneider im Einer. Marcel Muß im Vierer in Renngemeinschaft mit dem DRC Schleswig und die Newcomer Christian Behr und Martin Theuerkauff, die bis zum Ende der Saison sogar im leichten Doppelzweier starten konnten. Doch auch dieser Bundesentscheid vermochte keine herausragenden Erfolge zu bringen.

1999 jedoch schaffte Christian Behr es schon die ganze Saison über, sich im leichten Junior-B-Doppelzweier in vorderste Platzierungen zu rudern. Auf dem Bundesentscheid 1999 in München krönte er seine Erfolge mit einem sehr guten 8. Platz von über 30 startenden Booten. Nach den Erfolgen von Jan-Oliver Malonn 1994 und dem Junior-B- Doppelzweier von 1996 war dies nun endlich einmal wieder ein Lichtblick im Segeberger Ruderclub.

Im Jahr 2000 machten die Kinder mit ihren Erfolgen vermehrt auf sich aufmerksam. Die meisten Siege sammelten Katrin Kistenmacher und Neele Heinsen im Mädchen Doppelzweier des Jahrgangs `87. Obwohl sie die Landesmeisterschaft gegen die Mädchen aus Geesthacht verloren, gewannen sie beim Bundesentscheid in Wolfsburg den gesetzten Lauf und wurden Bundessiegerinnen. Dies war gleichzeitig die erste Goldmedaille für Schleswig-Holstein in einer gesetzten Abteilung seit Bestehen dieser Regelung in der Deutschen Ruderjugend.

Doch nicht nur die erwähnten Ruderer waren es, die zu den zahlreichen Regattasiegen des Segeberger Ruderclubs beitragen. Viele Kinder und Junioren haben in den vergangenen zehn Jahren am Rennruderbetrieb teilgenommen und sind für den SRC gerudert. Einige sind jetzt als Übungsleiter im Verein tätig und geben so ihr Wissen an die kommenden Kinder weiter. Andere engagieren sich immer noch auf der Segeberger Ruderregatta oder bei anderen Aktivitäten. Diesen ehemaligen Rennruderern sei an dieser Stelle nicht nur für ihren sportlichen Einsatz im SRC gedankt.


75 Jahre Segeberger Ruderclub

Heute, 25 Jahre nach der Neugründung und 75 Jahre nach den ersten Anfängen, kann der Verein auf ein schönes Bootshaus am Großen Segeberger See stolz sein. Auch das aktive Vereinsleben ist erwähnenswert: rund 130 Mitglieder, davon fast 50 % Jugendliche, sind heute im Rudersport in Bad Segeberg aktiv. Das Angebot des Vereins erstreckt sich vom Breitensport und Leistungssport bis hin zu geselligen Veranstaltungen.

Im Breitensport ist in erster Linie der Spaß zu nennen, wenn man in der Freizeit ein- oder zweimal in der Woche ins Bootshaus einkehrt und über den See rudert. Ab und zu eine kleinere Wanderfahrt, deren gemeinsame, lustige Erlebnisse noch Jahre später immer wieder erzählt werden. AuBerhalb der Rudersaison wird jährlich ein Laufwettbewerb organisiert, an dem regelmäßig über 120 Läufer teilnehmen. Bemerkenswert ist auBerdem, dass der Verein in den letzten Jahren mehrfach beim Sportabzeichenwettbewerb Preise dafür gewonnen hat, dass ein hoher Anteil der Mitglieder das Sportabzeichen erhält.

Im Leistungssport ist an die zahlreichen Erfolge zu denken, die in den letzten Jahren immer wieder für erfreuliche Schlagzeilen in der Presse gesorgt haben. Hier sei vor allem auf den Artikel von Katja Gehrt in dieser Festschrift verwiesen. Erwähnenswert ist dabei auch, dass es für den Verein eine gute Tradition geworden ist, einmal im Jahr – meistens im Juni – eine großere DRV-Regatta auszurichten. In diesem Jubiläumsjahr ist es sogar die 20. DRV-Regatta. Die steigenden Teilnehmerzahlen zeigen, dass auch in anderen Vereinen das Segeberger Regatta-Umfeld äußerst beliebt ist.

Als gesellige Veranstaltungen hatten sich in der Gründungsphase die regelmäßig stattfindenden Herrenabende und das Stiftungsfest etabliert. Diese Veranstaltungen konnten bislang noch nicht wiederbelebt werden, dafür gibt es aber jedes Jahr im November das Grünkohlessen, das sich stets großer Beliebtheit erfreut. Regelmäßig nach der Regatta findet im Juni außerdem das ,,Helfer-Fest“ statt, und alle zwei Jahre gibt es in Bad Segeberg den großen Sportlerball, bei dem auch die Ruderer dabei sind.